Auwald verstehen

Der Lebensraum Wald steckt voller Geheimnisse und Wunder. Er hat ökonomische Funktionen, etwa als Rohstoff, und weil er das schädliche Treibhausgas CO2 speichert. Seine ökologische und soziale Funktion ist die Schaffung und der Erhalt standortabhängig variabler Waldgesellschaften mit seltenen und teils bedrohten Tier-und Pflanzenarten. Er ist Erholungs- und Erlebnisraum für uns Menschen. Er strukturiert die Landschaft, produziert lebensnotwendigen Sauerstoff , filtert bzw. speichert Wasser und reinigt die Luft.

Als “Auwälder” werden die Wälder entlang der Flüsse bezeichnet, die vom natürlichen Hochwassergeschehen des Flusses beeinflusst sind. Dies bedeutet, dass die dortigen Pflanzengesellschaften – und auch alle anderen dort lebenden Organismen – mehrfach im Jahr unterschiedlich starke und verschieden lange Überflutungen ertragen müssen. Dabei ist es aufgrund der spezifischen Anpassungen der Pflanzen von grundlegender Bedeutung, dass das Wasser auch bei länger andauernden Hochwasserlagen durch den Auwald strömt. Die Besonderheit im Schwäbischen Donautal ist, dass sich unmittelbar an einen nur schmalen Auwaldabschnitt auf der Südseite der Donau ein steiler Hangwald anschließt mit Eichen-Hainbuchen-Wäldern auf der Hochterrasse. Dieser Hangwald weist viele Charakteristika eines Schluchtwaldes auf. Er ist zudem  von vielen kalkreichen Schichtquellen durchsetzt. Eine Klassifizierung von Lebensräumen im Auwald erfolgt üblicherweise anhand des Abstandes vom Hauptstrom und der Überflutungshäufigkeiten.

Gehölzfreie Aue – Der Lebensraum direkt am Flussufer wird in besonderem Maße durch den Wasserstand und die Fließgeschwindigkeit geprägt: Die Ufer verändern sich ständig, Teile werden weggeschwemmt und an anderen Stellen wird Material angelagert. Eine dichte, stabile Vegetationsdecke kann sich dort nicht bilden. Auf dem meist sandigen und kiesigen Substrat wachsen nur Spezialisten, einjährige Pflanzen, die rasch wachsen, sich schnell fortpflanzen oder über Ausläufer schnell besiedelbare Areale erreichen können.

Weichholzaue – Werden Uferbereiche länger nicht vom Hochwasser verändert, so können sich Keimlinge von Gehölzpflanzen durchsetzen. Diese sind meist raschwüchsig und haben biegsame und zähe Vegetationskörper. Die klassischen Baumarten sind verschiedene Weiden.

Hartholzaue – Der bislang bestimmende Baum der Hartholzaue war die Esche. Sie erträgt dank physiologischer Anpassung zwischen 2 und 4 Monaten Überschwemmung ohne Folgeschäden. Eine vergleichbare Überflutungstoleranz weisen nur Stieleiche, Flatterulme, Feldulme und Winterlinde auf. Vor allem Eiche und Esche weisen ein besonders hartes Holz auf, was der Eschenaue auch diesen Namen gab.

Altwässer – Altarme oder Altwässer entstehen durch natürliche (oder künstliche) Abtrennung von Seitenarmen des Flußlaufes. Sie sind dann mehr oder weniger Stillgewässer, die vom Rand her allmählich verlanden. Hier entwickeln sich dann Röhrichte. Am Ufer gedeihen Gelbe Schwertlilie, Mädesüß und die Gelbe Wiesenraute, eine typische Stromtalpflanze. In tieferem Wasser siedeln Wasserfeder, Teichrose und Weiße Seerose.

Brenne – Auf diesen trockenen, ehemaligen Kiesrücken finden wir mit Halbtrockenrasen-Vegetation eine überraschende Besonderheit in der eigentlich nassen Auwald-Stufe. Die nächsten Verwandten des Sonnenröschens wachsen z.B. im Mittelmeerraum. Viele seltene und bedrohte Arten haben hier einen Lebensraum gefunden: Helm- und Brandknabenkraut, Kreuzenzian, Gekielter Lauch und viele mehr. Auf den trocknen, oft sandigen und fein kiesigen Standorten leben auch viele Wildbienen und seltene Schmetterlingsarten.

Erlen-Bruchwald – Als Besonderheit hat sich an manchen Stellen im Übergang zwischen steil aufragendem Hangwald und dem Auwald entlang der Donau an quellreichen Stellen ein Erlen-Bruchwald entwickelt. Hier herrscht, teilweise unabhängig vom Wasserstand des Flusses ein dauerhaft hoher Wasserstand, der auch die Vorkommen des Riesen-Schachtelhalmes begünstigt.

Hangwald – An den Molassehängen südlich der Donau stocken eine Reihe interessanter Waldtypen. Diese Schluchtwaldgesellschaften schaffen einen fließenden Übergang von der Flussaue hinauf zum Eichen-Hainbuchenwald auf der Hochterrrasse. Diese Hangwälder sind naturschutzfachlich von besonderem Interesse, weil durch die Unzugänglichkeit sehr viele alte Bäume und Totholz erhalten bleiben.

Hangquellen – Aus den südlich der Donau liegenden Molasse-Schichten treten häufig Quellen aus. Hier bilden sich Kalksinterterrassen und an einzelnen Stellen sogar größere Vermoorungen. Dort wächst z.B. das europaweit gefährdete Glanzkraut, eine nur wenige Zentimeter hohe, unscheinbare Orchidee. Doch allein schon geologisch sind diese Kalkaustritte eine große Besonderheit, die in gefrorenem Zustand an wenigen Wintertagen ein bizarres Bild zeigen.

(Quelle: Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e.V.)

 

Der Aufenthalt im Wald …

… senkt den Cortisolspiegel (Stresshormon) im Blut

… steigert die Anzahl der körpereigenen Killerzellen

… senkt Blutdruck und Puls

… erhöht die Produktion von roten Blutkörperchen

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